Selbstwahrnehmung

Die eigene Selbstwahrnehmung ist bei vielen Menschen gestört. Auch bei mir war dies lange Zeit so. Sich selbst wahrnehmen beziehungsweise unsere Eigenwahrnehmung steht in einem engen Zusammenhang zur Achtsamkeit und einem bewussten Leben. Bewusst in Bezug auf sich selbst. Denn nur durch achtsames Leben und ein bewusst werden der eigenen Person haben wir die Möglichkeit uns selbst wahrzunehmen. Zu fühlen was in uns vor geht und zu erfahren wer wir wirklich sind.

Warum haben viele Menschen Probleme mit der Selbstwahrnehmung? Ich glaube, es gibt drei Hauptfaktoren, die unsere Selbstwahrnehmung stark beeinträchtigen. Diese Faktoren sind: äußere Einflüsse wie Werbung, unser Alltag – oder wie viele auch sagen unser Hamsterrad – und wir selbst. Diese Dinge beeinflussen unsere Eigenwahrnehmung und sorgen im Laufe der Zeit dafür, dass wir uns nicht mehr richtig oder falsch wahrnehmen. Dies ist ein schleichender Prozess und das traurige ist, wir merken es meistens erst, wenn dieser Prozess schon weit fortgeschritten ist.

Leider spricht man dann nicht mehr über eine falsche Eigenwahrnehmung, sondern schon mehr über eine verzerrte oder gar gestörte Selbstwahrnehmung. Befinden wir uns erst in diesem Stadium, wird es immer schwieriger sich aus diesen Gedankenmustern über die eigene Person zu befreien. Der Schritt zu einer Depression oder anderen psychischen Leiden ist dann nur noch sehr gering.

Fehlt uns der Blick für die eigene Person und somit auch der Blick für das eigene Wohlbefinden, stumpfen wir ab. Es kann vorkommen, dass Menschen mit einer negativen Selbstwahrnehmung immer mehr den Kontakt zu dem eigenen Ich verlieren. Sich nutzlos, wertlos, schlecht und durch die vielen negativen Ansichten über die eigene Person, auch macht- und kraftlos fühlen. Ganz zu schweigen von der Auswirkung auf unser Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl. Wie soll man auch selbstbewusst sein und sich selbst wertvoll fühlen, wenn man durch eine falsche, verzerrte oder gar gestörte Selbstwahrnehmung, sich selbst nicht mag oder negativ sieht.

Dies veranschaulicht nochmals, wie wichtig die Selbstwahrnehmung ist. Jedem sollte daran gelegen sein, sich besser wahrzunehmen. Durch eine gute Selbstwahrnehmung können wir besser einschätzen was uns gut tut, welche Kraftreserven noch zur Verfügung stehen und was wir in diesem oder jenem Moment brauchen, um neue Kraft zu schöpfen oder uns zu entspannen.

Negative Selbstwahrnehmung – Drei Faktoren, die unsere Eigenwahrnehmung beeinflussen

Ich bin bereist kurz auf die drei Faktoren eingegangen, die meiner Meinung nach unsere Selbstwahrnehmung sehr stark beeinflussen. Trotzdem möchte ich Ihnen diese Faktoren noch einmal genauer erklären.

Ein Faktor davon sind die äußeren Einflüsse. Zu den äußeren Einflüssen zähle ich in diesem Fall die Werbung, diverse Zeitschriften und Fernsehsendungen. Diese Medien haben großen Einfluss auf unser Leben. Auf dem Hin- und Rückweg zur Arbeit sind die Straßen mit großen Plakaten überzogen, auf denen Models zu sehen sind.

Machen wir Pause, lesen wir eine Zeitschrift oder schauen auf Instagram, Twitter oder Facebook vorbei. Auch dort werden uns überall die neuesten Gesundheitstrends oder Sportartikel angepriesen. In den meisten Fällen werden alle diese Waren und Produkte von irgendwelchen gut aussehenden Models präsentiert. Kommen wir dann am Abend nach Hause, geht es weiter mit Fernsehwerbung oder Sendungen in denen oft nur sehr hübsche Personen mitspielen.

Da wir uns täglich mit diesen angeblich makellosen Körpern konfrontiert sehen, beginnen wir langsam aber sicher uns mit diesen zu vergleichen oder gar ihnen nachzueifern. Dies liegt in der Natur der meisten Menschen. Die Konsequenz ist häufig eine falsche Selbstwahrnehmung des eigenen Körpers und der eigenen Person.

Dabei ist dies alles mehr Schein als Sein. Ich sage nur, Photoshop lässt grüßen. Es gibt doch heute keine Aufnahme eines Models mehr, welche nicht mit einem Bildbearbeitungsprogramm bearbeitet ist. In den Serien und Filmen ist es nicht anders, gefilmt wird die Schokoladenseite, den Rest übernehmen die Visagisten.

Also bitte, werden Sie sich dieser Problematik bewusst. Lassen Sie es nicht zu, dass Ihre Selbstwahrnehmung unter diesen Medien und den daraus resultierenden Vergleichen mit anderen Personen leidet. Lassen Sie sich nicht täuschen von diesen ganzen makellosen Körpern, Outfits und Persönlichkeiten. Es ist nicht immer alles so wie es scheint.

Das Hamsterrad und unsere Selbstwahrnehmung
Ein anderer Faktor ist unser Alltag – von vielen häufig als Hamsterrad bezeichnet – in dem wir uns Tag ein und Tag aus bewegen. Wir eilen durch den Tag, die Arbeit stapelt sich auf unserem Schreibtisch und wir hetzen von einem Termin zum anderen. Wo bleibt da noch Zeit für Selbstwahrnehmung? Vielleicht nehmen wir den Stress oder Zeitdruck wahr, aber für mehr reicht es bei den meisten Menschen nicht mehr.

Sollte sich die Wahrnehmung doch mal auf die eigene Person, das aktuelle Wohlbefinden oder die eigenen Bedürfnisse richten, kommt im nächsten Augenblick ein neuer Anruf oder der nächste Termin dazwischen. Ergebnis ist: Die aufkommenden Gefühle, Bedürfnisse oder Wünsche werden wieder beiseitegeschoben und das Hamsterrad beginnt sich erneut zu drehen.

Der daraus resultierende Stress kann zu ernsthaften Folgen führen und der Blick für die eigene Person geht unter diesen Umständen gänzlich verloren. Ein Leben am Limit ist für unseren Körper und Geist auf Dauer nicht förderlich. Deshalb gilt es im Job und auch im Privatleben, den Alltag zu entschleunigen, den Blick auf sich zu richten und bewusster mit sich selbst umzugehen.

Wir selbst beeinflussen unsere Eigenwahrnehmung
Der dritte Faktor, der unsere Eigenwahrnehmung beeinflusst, sind wir selbst. Wir neigen dazu, uns ständig mit anderen Menschen zu vergleichen. Aussagen wie: die sieht heute wieder gut aus, der hat einen schönen Körper, schau dir an, wie erfolgreich sie ist, bestimmen bei vielen Menschen den Alltag. Ich weiß nicht warum, aber es kommt mir so vor, als wenn wir es lieben auf andere zu schauen. Um entweder den Finger in die Wunde zu legen und Kritik zu üben oder unser Gegenüber als Heilbringer, unerreichbar und fantastisch zu beschreiben.

Wir lenken unsere Wahrnehmung also gerne auf andere Menschen. Doch den Blick auf die eigene Person zu richten, um sich selbst besser wahrzunehmen und um zu schauen, wer bin ich, was tut mir gut, was mache ich richtig und was kann ich verbessern, genau das fällt uns schwer. Das Doofe ist, wenn wir uns mit anderen Menschen vergleichen, schneiden wir meistens schlechter ab. Ich weiß nicht warum, aber häufig sehen wir andere als besser, stärker, schöner oder schlauer an.
Diese Ansichtsweisen führen dann meistens zu Selbstzweifeln oder Selbstkritik. Deshalb rate ich Ihnen, hören Sie mit diesen ständigen Vergleichen auf und lenken Sie den Blick auf die eigene Person. Dort gibt es genug zu entdecken. Üben Sie sich in Selbstwahrnehmung und nicht in Fremdwahrnehmung.

Ich musste Selbstwahrnehmung neu lernen

Ich bin zwar erst vierunddreißig, habe allerdings schon sehr viel schlimme und traurige Dinge in meinem Leben erlebt. Viele Lebenskrisen haben mein noch relativ junges Leben erschüttert. Meine Oma, meine Mutter und ein weiterer Familienangehöriger haben Suizid begangen. Als wäre dies nicht genug, leide ich seit meiner Kindheit unter einer Depression und Ängsten.

Diese Umstände und meine ständigen depressiven Phasen haben mich immer weiter abstumpfen lassen. Es war, als wäre ich isoliert von der Außenwelt. Ich fühlte nicht mehr viel und meine Selbstwahrnehmung war erst gestört und danach schien es, als wäre sie verloren. Zum Teil war dies sicherlich Selbstschutz.

Ich war hoffnungslos, unzufrieden, traurig und habe überlegt ob ich aufgebe. Meine Selbstwahrnehmung war total gestört. Ich dachte ich wäre dumm, hässlich, würde nichts erreichen und fühlte mich schlecht und wertlos. Es war eine sehr schwere Zeit. Trotzdem habe ich weitergemacht und letztendlich konnte ich meine Selbstwahrnehmung verbessern und vor allem positiver gestalten sowie meinem Leben eine neue Richtung geben.

Wie ich das geschafft habe? Den ganzen Prozess nenne ich heute das AAVA Prinzip. AAVA steht für Akzeptanz, Achtsamkeit, Veränderung und Ausdauer. Diese vier Faktoren, mein Wille und meine Leidenschaft für Selbstcoaching haben mir dabei geholfen, mein Leben neu zu ordnen und mit wesentlich mehr Lebensqualität auszustatten. Ich bin nicht geheilt von meiner Depression und meinen Ängsten, doch trotzdem ist es mir mit den AAVA Prinzip, Psychotherapie, Bereitschafft an sich zu arbeiten und viel Ausdauer gelungen, tolle Fortschritte in meinem Leben zu machen.

Was unterstützt die Selbst- bzw. Eigenwahrnehmung

Selbstwahrnehmung bedeutet für mich, den Blick auf die eigene Person zu richten, sich besser zu fühlen, Gefühle wahrzunehmen, bewusster zu leben, auf den Körper und Geist zu hören, sich Zeit für die eigene Person nehmen und sich selbst bewusster zu werden. Im Folgenden habe ich einige Übungen, Entspannungstechniken und Coaching Möglichkeiten zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen können sich selbst besser wahrzunehmen und zu fühlen.

Selbstwahrnehmung stärken – Diese 11 sehr guten Tipps könnten Ihnen helfen

1. Bänden Sie Ihren Kritiker
Alle Menschen haben ihn, bei den einen ist er recht leise und meldet sich kaum zu Wort. Bei anderen hingegen ist er laut und meldet sich ständig zu Wort. Die Rede ist von unserem Kritiker. Sie kennen ihn bestimmt. Er versucht uns ständig negativ behaftete Gedanken und Zweifel ins Ohr zu setzen.

Der Kritiker mahnt ständig zur Vorsicht und ist gegenüber der eigenen und auch anderen Personen misstrauisch eingestellt. Manchmal kann diese Einstellung uns schützen. Doch leider gehen aus den Aussagen des Kritikers viel zu oft selbstabwertende Worte in Form von Selbstzweifel und Selbstkritik hervor. Deshalb sollte für jeden gelten, den eigenen Kritiker zu zähmen.

Aber welche Möglichkeiten gibt es, um den Kritiker in den Griff zu bekommen? Das Wichtigste ist, seine Aussagen in Frage zu stellen. Bombardiert er Sie mal wieder mit Aussagen wie: du schaffst das doch eh nicht, vergiss es, du wirst versagen, fang gar nicht erst an etwas in deinem Leben positiv zu verändern, du hast sowieso nicht die Kraft dafür, stellen Sie ihn in Frage. Überlegen Sie, was Sie schon alles geschafft haben und wie oft Ihr Kritiker schon Unrecht hatte.

Am besten geht dies, wenn Sie ein Tagebuch führen. In diesem Tagebuch können Sie nachlesen, wann Ihr Kritiker wieder Zweifel an Ihrer Persönlichkeit oder Entwicklung gehegt hat und Sie trotzdem das Richtige getan haben. Ich denke ein Tagebuch oder Glückstagebuch zu führen ist die effektivste Möglichkeit den eigenen Kritiker immer wieder in Frage zu stellen und letztendlich zum Schweigen zu bringen.

2. Steigern Sie Ihr Selbstbild durch ein Glückstagebuch
Ein Glückstagebuch ist dafür da, alle schönen Dinge des Tages festzuhalten. Es ist nur für positive Aussagen und Eindrücke geeignet. Tragen Sie jeden Abend Lob, Komplimente, Erfolge und andere glückliche Gefühle oder Erfahrungen darin ein und halten Sie diese somit gut fest.

Ein Glückstagebuch ist in der Lage Ihnen zu zeigen, dass Ihr Alltag durchaus positive Dinge bereit hält und Sie nicht nur Negatives erleben. Ein Glückstagebuch ist also Gold wert, wenn es um Selbstwahrnehmung und das eigene Selbstbild geht. Es kann dabei helfen, die verzerrte oder gestörte Selbstwahrnehmung wieder rückgängig zu machen und ein reales sowie positives Selbstbild wiederherzustellen.

Ein weiterer Vorteil des Glückstagebuches liegt darin, den Kritiker zu hinterfragen. Er gaukelt einem oft vor, dass das Leben nur trist ist und nicht viel Positives für uns bereithält. Sollte er wieder zu laut werden und unseren Alltag oder wichtige Entscheidungen negativ beeinflussen, hilft das Glücktagebuch dabei, seine Aussagen zu widerlegen.

3. Körper- und Eigenwahrnehmung steigern durch Progressive Muskelentspannung
Die Progressive Muskelentspannung (PME) auch Progressive Muskelrelaxation (PMR) genannt ist ein Entspannungsverfahren dessen Wirksamkeit durch unterschiedliche und aussagekräftige Studien gut belegt ist. Bei der Progressiven Muskelentspannung geht es darum, die Aufmerksamkeit auf einzelne Körper- und Muskelpartien zu richten. Diese Partien werden dann angespannt. Es ist wichtig, die Anspannung zu fühlen und nach ca. 10-15 Sekunden loszulassen und in die Entspannungsphase überzugehen.

Die Entspannungsphase dauert ca. 15-30 Sekunden. Dabei ist es wichtig, die weichende Anspannung und eintretende Entspannung in den Muskeln zu spüren. Nach einer Entspannungsphase gilt es, die Aufmerksamkeit erneut auf eine Körper- oder Muskelregion zu lenken und diese anzuspannen. Darauf folgt nochmals eine Entspannungsphase. Geübte Personen greifen zu eher kurz gehaltenen 3 bis 7 Minuten PMR Übungen. Anfänger sollten jedoch eine längere Übungsdauer von ca. 10 bis 30 Minuten wählen.

Doch wieso eignet sich diese Entspannungsübung zur Selbstwahrnehmung? Ganz einfach, das Körperbewusstsein wird durch die PMR gesteigert. Sie richten Ihre Aufmerksamkeit auf die unterschiedlichen Körperregionen und Muskelpartien. Dadurch trainieren Sie Ihren Körper um Ihr Empfinden besser wahrzunehmen.

4. Meditation um die Wahrnehmung zu steigern
Ich muss zugeben, dass ich mit der Meditation noch nicht wirklich warm geworden bin. Es ist halt so, dass nicht jede Übung zu jeder Person passt. Trotzdem bedeutet es nicht automatisch, dass eine Übung oder Technik schlecht ist, nur weil man selbst nicht die gewünschten Erfolge damit erzielt. Dies liegt daran, dass wir zum Glück alle verschieden sind.

Menschen berichten mir jedoch immer wieder, dass die Meditation ihre Selbstwahrnehmung steigert und ihnen beim Entschleunigen hilft. Mein Bruder zum Beispiel berichtet mir, dass die Meditation seine Aufmerksamkeit schärfe und ihm dabei hilft, einen klaren Gedanken zu fassen. Meditation entspannt und wirkt laut Studien gesundheitsfördernd und ausgleichend.

5. Atemübungen steigern unsere Achtsamkeit und Selbstwahrnehmung
Atemübungen steigern nicht nur unsere Achtsamkeit, unser Körpergefühl und unsere Entspannung, sie tragen auch zu einer besseren Selbstwahrnehmung bei. Gerade in stressigen oder panikartigen Situationen oder Gemütszuständen greifen viele Menschen zu Atemübungen, um sich zu beruhigen.

Doch eine Atemübung hat auch Einfluss auf unsere Eigenwahrnehmung. Sie hilft uns die Eigenwahrnehmung zu stärken. Wir konzentrieren uns nämlich während dieser Übung auf unsere Atmung und unseren Körper. Dieser Vorgang schult die eigene Wahrnehmung. Wir spüren bei diesen Übungen wie unsere Luft in den Körper strömt und beim Herausströmen eine Entspannung hinterlässt.

Die 4:6 Atemübung wäre ein Beispiel dafür. Vereinfacht dargestellt geht es bei dieser Übung darum, 4 Sekunden einzuatmen, kurz inne zu halten und dann 6 Sekunden auszuatmen. Man sagt dieser Übung nach, in stressigen Situationen schnell entspannen zu können und die Wahrnehmung zu steigern. Sollten Ihnen die 4:6 nicht liegen, machen Sie eine 5:12 oder 6:12 Übung daraus. Wählen Sie einen passenden Zeitraum, mit dem Sie sich wohlfühlen. Doch wählen Sie die Zeitspanne nicht zu lang. Schließlich ist es kein Training um möglichst lange ein oder auszuatmen oder gar die Luft anzuhalten.

6. Achtsamkeitsübungen
Sicherlich sind auch die PMR, Atemübung und die Meditation – gerade die Achtsamkeitsmeditation – Achtsamkeitsübungen. Jedoch gibt es noch weitere Achtsamkeitsübungen, die Ihnen dabei helfen können Ihre Selbstwahrnehmung wiederherzustellen und bewusster zu leben. Zwei weitere Achtsamkeitsübungen möchte ich Ihnen nun vorstellen.

Die erste Achtsamkeitsübung, die ich Ihnen vorstellen möchte, ist mein absoluter Favorit. Es ist der achtsame Waldspaziergang. Diese Übung hat den Vorteil, dass Sie nicht nur Ihre Achtsamkeit schulen, sondern dies auch noch an der frischen Luft in einer sehr entspannenden Atmosphäre machen.

Bei dem achtsamen Walspaziergang kommt es darauf an, die Geräusche wie das Rauschen der Blätter, das Knacken der Äste, das Rascheln des Laubes, den Wind und die verschiedenen Untergründe auf denen Sie gehen wahrzunehmen. Da es um das Thema Selbstwahrnehmung geht, erweitern wir diese Übung etwas. Lenken Sie Ihre Wahrnehmung zusätzlich auf Ihren Körper und Geist. Achten Sie auf Ihr Wohlbefinden bei den unterschiedlichen Geräuschen. Nehmen Sie wahr, was Sie entspannt, ob etwas von Ihnen abfällt, was Sie gerade denken, wer Sie eigentlich sind und wie Sie gerade fühlen.

Der achtsame Waldspaziergang ist wirklich eine fantastische Übung, um die Eigenwahrnehmung und Achtsamkeit zu steigern. Versuchen Sie diese Übung regelmäßig in Ihren Alltag zu integrieren. Sollte es kein Waldstück in Ihrer Nähe geben, gehen Sie entlang der Felder oder des Strandes spazieren.

Die zweite Achtsamkeitsübung ist die Selbstbeobachtung. Vielleicht kennen Sie es von kleinen Kindern. Ich kann es gerade bei meiner 1,5 Jahre alten Tochter beobachten. Sie steht vor dem Spiegel und schaut sich an. Dabei meckert, motzt und lacht sie. Sie beobachtet sich selbst, um zu lernen wer sie ist, wie sie reagiert und wie das aussieht. Beobachten Sie sich selbst und steigern Sie dadurch Ihre Selbstwahrnehmung.

Selbstbeobachten soll aber nicht bedeuten, ständig vor dem Spiegel zu stehen. Mit Selbstbeobachtung meine ich, dass Sie in den unterschiedlichen alltäglichen Situationen darauf achten, was Sie gerade fühlen und was während der vielen Aufgaben, Termine und Gespräche in Ihnen vorgeht. Welche Bedürfnisse entstehen, welche Wünsche kommen in Ihnen auf und was tut Ihnen gut bzw. was löst Angst oder Stress in Ihnen aus.

Die Selbstbeobachtung stellt ein gutes Instrument dar, um die eigene Selbstwahrnehmung zu stärken und sich selbst bewusst zu werden. Allerdings müssen Sie darauf achten, dass Ihr Kritiker die Selbstbeobachtung nicht für sich nutzt. Er wird dann versuchen Ihr Verhalten in einen negativen Zusammenhang zu bringen. Stellen Sie sich beispielsweise vor den Spiegel, wird er Ihnen einreden, dass Sie nicht vorteilhaft gekleidet sind oder zu viele Problemzonen haben. Bei der Selbstbeobachtung ist es wichtig, dass Sie sich nicht von Ihrem Kritiker überlisten lassen.

7. Sport steigert die Selbstwahrnehmung
Treiben Sie Sport! Wer regelmäßig Sport treibt, ist in der Lage sein Körpergefühl und seine Selbstwahrnehmung zu steigern. Sport hilft dabei, den Blick auf den eigenen Körper und die eigene Person zu lenken. Zudem fühlt man sich besser, wenn man sich sportlich betätigt hat.

Dies liegt zum einen daran, dass Sport in der Lage ist, die Stresshormone im Körper zu senken und Glückshormone wie beispielsweise das Serotonin – einen wichtigen Botenstoff für die Nervenzellen – auszuschütten. Im Folgenden möchte ich zwei Sportarten vorstellen, die sich meiner Ansicht nach besonders gut zur Steigerung der Selbstwahrnehmung, des eigenen Selbstbildes und auch des Selbstvertrauens eignen.

Zuerst möchte ich kurz auf das Yoga eingehen. Ich selbst habe es mal ausprobiert, betreibe aber kein Yoga. Trotzdem weiß ich von Freunden, dass Yoga eine perfekte Möglichkeit darstellt, um sich besser zu spüren, zu entspannen und Selbstvertrauen aufzubauen. Für viele Menschen ist Yoga kein richtiger Sport. Doch wer Yoga einmal ausprobiert hat, wird feststellen, dass es doch sehr anstrengend sein kann. Der Vorteil beim Yoga ist, dass man intensiv seinen Körper spürt. Da Yoga sehr ruhig und nicht hektisch ist und zudem oft bei einer entspannenden Musik gemacht wird, fördert es das Entschleunigen und die Entspannung bzw. Regeneration von Körper und Geist.

Ein netter Nebeneffekt ist, dass Yoga Kalorien verbrennt und sich bei richtiger Ernährung positiv auf den Körperfettanteil auswirkt. Sie verlieren also Gewicht dabei und verbrennen überflüssige Pfunde. Dies wird Ihr Selbstbild und Selbstbewusstsein steigern.

Eine weitere Sportart, die sich gut dafür eignet Selbstvertrauen und Eigenwahrnehmung zu verbessern, ist das Krafttraining. Hat man erst einmal die Scheu vor den Menschen und Blicken anderer verloren, bietet das Krafttraining eine perfekte Möglichkeit, den eigenen Körper und seine Grenzen besser zu spüren und wahrzunehmen. Krafttraining verbrennt sehr viele Kalorien und zwar auch nach der sportlichen Betätigung. Zudem schüttet es viele Glückshormone aus und reduziert Stresshormone im Körper. Beim Krafttraining wird sich auch auf die Anspannung und Entspannung der unterschiedlichen Muskeln konzentriert.

Zusätzlich habe ich durch das Krafttraining gelernt, mich bewusster zu ernähren und auf meinen Körper besser zu achten. Auch das bedeutet Selbstwahrnehmung. Der sehr positive Nebeneffekt ist, dass die Erfolge des Krafttrainings das Selbstbewusstsein steigern und dadurch ein völlig neues Selbstbild entstehen kann.

Abschließend möchte ich zum Thema Sport und Selbstwahrnehmung sagen, dass Sport für mich unglaublich wichtig ist. Sport hilft mir dabei, aus negativen Kreisläufen auszubrechen und mein Bewusstsein für die eigene Person und Gesundheit zu steigern. Ich kann Ihnen nur raten, treiben Sie regelmäßig Sport und Ihre Lebensqualität wird steigen. Bitte halten Sie sich doch immer vor Augen, dass es nicht darum geht einen Wettkampf zu gewinnen oder besser als andere zu sein. Es geht um Sie und Ihr Wohlbefinden!

8. Das Hier und Jetzt und die Eigenwahrnehmung
Im Hier und Jetzt leben wird oft in Zusammenhang mit Achtsamkeitsübungen genannt. Dies ist auch richtig, da im Hier und Jetzt leben bedeutet, achtsam zu sein. Ich möchte Ihnen eine sehr schöne Übung vorstellen, die Ihnen dabei hilft, sich selbst besser wahrzunehmen. Es ist eine Übung, die ich sehr oft anwende, gerade in der dunklen Jahreszeit nutze ich die Übung fast täglich.

Alles was Sie für diese Übung brauchen ist Zeit, Ruhe, ein paar Windlichter oder Kerzen und eine gemütliche Atmosphäre. Ich führe diese Übung immer in unserem Schlafzimmer aus. Zuerst richte ich das Bett her, dann zünde ich die Kerzen an und ab und zu stecke ich noch ein Räucherstäbchen an. Danach lege ich mich auf unser Bett und versuchen zu entspannen. Wer möchte, kann diesen Prozess durch Entspannungsmusik begleiten.

Während ich auf dem Bett liege versuche ich meine Atmung, Körpertemperatur, Arme, Beine, Gedanken, aufkommende Gefühle und Situationen des Tages bewusst wahrzunehmen. Wenn ich abschweife, versuche ich den Blick immer wieder auf mich zu lenken und zu schauen, was in mir vorgeht, wie es mir geht und wie gut mir diese Ruhe tut.

Durch den Kerzenschein und die gemütliche Atmosphäre ist diese Übung für mich eine Wohltat. Ich genieße es dazuliegen und alles wahrzunehmen. Es ist tief entspannend und ich habe das Gefühl dabei viel neue Kraft zu tanken. Es fühlt sich einfach gut an, sich selbst wahrzunehmen und sich einmal Ruhe zu gönnen. Nur Zeit für sich zu haben. Probieren sie es aus. Ich kann es Ihnen nur empfehlen.

9. Fragenkatalog für eine bessere Selbstwahrnehmung
Nutzen Sie einen Fragenkatalog, um sich selbst besser wahrnehmen zu können und den Blick auf sich zu richten. Die richtigen Fragen bieten Ihnen die Möglichkeit, gezielt zu schauen, was gerade mit Ihnen los ist und welche Gefühle Sie gerade umgeben. Nehmen Sie sich Zeit, um die Fragen zu beantworten, schaffen Sie eine ruhige Atmosphäre, sodass Sie einige Zeit ungestört sind und denken Sie ganz gezielt über die Fragen nach. Gerade für Leute, die Probleme mit Entspannungstechniken haben, stellt der Fragenkatalog eine gute Möglichkeit dar, um die Eigenwahrnehmung zu steigern. Im Folgenden möchte ich Ihnen einige Fragen nennen, die Ihnen dabei helfen können sich selbst besser bewusst zu werden.

1. Wie habe ich mich heute Morgen gefühlt?
2. Was hat meine Gedanken auf der Arbeit beschäftigt?
3. Wie anstrengend war mein Tag für mich?
4. Was hat mir gut getan?
5. Was hat mich gestresst?
6. Wie fühle ich mich jetzt?
7. Was beschäftigt meine Gedanken?
8. Was hilft mir dabei zu entspannen?
9. Habe ich genug Zeit für mich?
10. Wie und wann kann ich Zeit für mich schaffen?
11. Was hat mich heute aufgemuntert?
12. Welche positiven Dinge und Komplimente sind heute passiert oder habe ich bekommen?
13. Was würde ich gern ändern in meinem Leben?
14. Was macht mich aus?
15. Was belastet mich?
16. Wie kann ich diese Belastung beseitigen?
17. Welche Stärken und Schwächen habe ich und welche Werte vertrete ich?
18. Welche Ziele habe ich?
19. Wie kann ich diese Ziele erreichen?
20. Was ist mein Tages- oder Wochenerfolg?

Vielen dieser Fragen wird in meinem Onlinekurs „AAVA Prinzip – Das eigene Leben ändern“ nachgegangen. Gerade der zweite Teil des Onlinekurses – das 22. Wochen-Selbstcoaching-Programm – geht durch verschiedene Übungen gezielt auf diese Fragen ein.

10. Selbstakzeptanz und Selbstwahrnehmung
Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass sich selbst akzeptieren ein sehr wichtiger Schritt ist, um sich selbst besser wahrnehmen zu können. Wer sich nicht akzeptiert, wird seine Wahrnehmung immer wieder auf andere Dinge und Leute lenken, um bei sich selbst nicht so genau hinschauen zu müssen. Es ist eine Art Selbstschutz. Das Problem ist, dass dieser Selbstschutz einem bei dem Thema Selbstwahrnehmung im Wege steht.

Deshalb gilt, akzeptieren Sie sich selbst. Mit allen Ihren Stärken und Schwächen. Gestehen Sie sich Fehler ein, erkennen Sie Probleme und nehmen Sie diese an. Legen Sie mit der Selbstakzeptanz den Grundstein für eine bessere Selbstwahrnehmung!

11. Verinnerlichen Sie das AAVA Prinzip
Nicht umsonst sage ich immer wieder zu den Menschen „Think AAVA“. Ich bin der festen Überzeugung, dass das AAVA Prinzip eine wundervolle Möglichkeit bietet, um die Eigenwahrnehmung zu steigern, sich selbst zu akzeptieren und positive Veränderungen im Leben voranzutreiben. Ich und viele andere auch, haben die Kraft des AAVA Prinzips am eigenen Leib gespürt.

AAVA steht für Akzeptanz, Achtsamkeit, Veränderung und Ausdauer. Genau darum geht es beim Thema Selbstwahrnehmung und genau darum ging es in diesem Beitrag. Probieren Sie es also aus, was haben Sie zu verlieren? Machen Sie sich selbst ein Bild von dem AAVA Prinzip!

Anzeichen fehlender Selbstwahrnehmung

Da sich mein Beitrag dem Ende nähert, möchte ich noch kurz zwei Punkte behandeln. Zuerst möchte ich auf die Anzeichen fehlender Selbstwahrnehmung eingehen. Hier eine Auflistung einiger Anzeichen, die auf eine fehlende Selbstwahrnehmung hindeuten:

  • Nicht abschalten können
  • Sich nicht mehr spüren zu können
  • Keine Zeit für sich zu finden
  • Ständig gestresst zu sein
  • Immer unzufrieden sein
  • Oft unglücklich zu sein
  • Sich abgestumpft und isoliert zu fühlen
  • Gefühlskalt zu sein

Sicherlich gibt es durchaus noch mehr Anzeichen, doch diese wollte ich der Vollständigkeit halber erwähnen.

Selbstwahrnehmung und Glück

Der letzte Punkt auf den ich eingehen möchte lautet Selbstwahrnehmung und Glück. Ich glaube diese beiden Zustände stehen in einem sehr engen Zusammenhang. Wer sich selbst nicht mehr wahrnehmen kann, der wird große Schwierigkeiten damit haben ein glückliches und zufriedenes Leben zu führen.

Deshalb lege ich Ihnen ans Herz, Ihre Selbstwahrnehmung zu steigern und dadurch das Glück im Leben wiederzufinden oder noch wesentlich mehr Lebensqualität zu schaffen. Ich wünsche Ihnen auf jeden Fall alles erdenklich Gute und hoffe, dass Ihnen dieser Beitrag weiterhelfen wird.

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