GDB-Grad der Behinderung

Der GdB (Grad der Behinderung) ist eine Begrifflichkeit aus dem Schwerbehindertengesetz und dient der Einschätzung in wieweit eine Person durch ihre Behinderung eingeschränkt ist. Was genau alles unter einer Behinderung definiert wird, werden wir später noch genauer beleuchten. Wichtig ist zu wissen ist, dass man ab einem Wert von 50 als schwerbehindert eingestuft wird.

Zum Schutze der betreffenden Personen und hinsichtlich der Gleichstellung gegenüber anderen gesunden Menschen – gerade im Bereich des Arbeitslebens – gelten für diesen Personenkreis der Schwerbehinderten besondere Regelungen und auch Vergünstigungen. Dies dient dazu Menschen mit einer Behinderung ein Teilhaben am Erwerbsleben und am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.

Der Begriff Grad der Behinderung hat seinen Ursprung aus der Begrifflichkeit MdE, Grad der Minderung der Erwerbsfähigkeit. Da es aber bei einer Behinderung – insbesondere bei einer Schwerbehinderung – nicht nur um Probleme bei dem Nachgehen einer Erwerbstätigkeit geht, sondern auch darum, dass diese Menschen sozial ausgegrenzt werden und/oder am gesellschaftlichen Leben nicht teilhaben können, d.h. die Einschränkung betrifft nicht nur das Berufsleben, sondern durchzieht sich durch alle Lebensbereiche des Betroffenen.

Dadurch wurde der Begriff in Grad der Behinderung geändert. Laut dem Statistischen Bundesamt leben circa 7,6 Millionen Schwerstbehinderte, also mit einem Wert von 50 bis 100, in Deutschland. Ab einem Grad der Behinderung von 20 gilt man bereits als behindert. Im Übrigen, circa 86 Prozent der Menschen mit einem festgestellten Grad der Behinderung, haben diesen aufgrund einer Erkrankung. Nur ein kleiner Prozentsatz hat eine angeborene Behinderung, die einem Grad der Behinderung von 50 und mehr rechtfertigt.

Ein kleiner Exkurs zum Schwerbehindertengesetz

Zum besseren Verstädnis möchte ich zuerst auf das Schwerbehindertengesetz eingehen. Das SGB IX (Sozialgesetzbuch 9) regelt seit 2001 die Rechte von behinderten Personen und sorgt dafür, dass eine Benachteiligung vermieden wird. Es verankert das Schwerbehindertenrecht und das Rehabilitationsrecht in einem Gesetzesbuch. Das SGB IX ist in drei Kapitel gegliedert.

  • Kapitel 1 von den Paragrafen §§ 1 bis 89 beinhaltet die Regelungen für Menschen mit Behinderungen und von Behinderung bedrohte Menschen.
  • Kapitel 2 von Paragrafen §§ 90 bis 150 ist das Eingliederungshilferecht, hier sind besondere Leistungen zur selbstbestimmten Lebensführung für Menschen mit Behinderungen geregelt.
  • Kapitel 3 mit den Paragrafen §§ 151 bis 241 definiert das Schwerbehindertenrecht. Hier finden sich besondere Regelungen zur Teilhabe von schwerbehinderten Menschen.

Wer kann einen GdB beantragen?

Jeder Mensch, der ein dauerhaftes körperliches oder psychischen Leiden hat, kann einen Antrag auf Festlegung eines Grades der Behinderung stellen. Der Antrag muss beim entsprechenden Versorgungsamt gestellt werden.

In der Regel ist es das Sozialamt einer Stadt. Das Amt legt den GdB fest und stellt entsprechende Schwerbehindertenausweise aus. Grundlage dafür sind die Kriterien der Versorgungsmedizin-Verordnung, kurz VersMedV. Der § 2 Anlage „Versorgungsmedizinische Grundsätze“ (VersMEdV) hat u.a. die GdB-Tabelle zum Inhalt.

Hier wird der Grad der Schädigung – was gleichgesetzt mit dem Grad der Behinderung ist – definiert. Es gibt einen Überblick, welche Krankheiten beziehungsweise Einschränkungen in welchem Maße den Körper bzw. Teile davon oder der Psyche zu geschrieben werden und welcher GdB Wert dafür festgeschrieben wird.

GdB Tabelle

Die GdB Tabelle besteht aus den allgemeinen Grundsätzen zur GdB Tabelle und der Auflistung nach Körperteilen und entsprechenden Untergleiderungen. Inhaltlich wird in den allgemeinen Grundsätzen der GdB Tabelle beschrieben, dass es sich bei den aufgeführten GdB Werten um Anhaltswerte handelt.

Weiter wird klargestellt, dass es unerlässlich ist, jeden Fall einzeln zu betrachten und in seiner Ganzheitlichkeit zu bewerten. Auch wird hier erwähnt, dass nicht alle Gesundheitsstörungen im Detail aufgeführt werden. Es ist also keine Vollständigkeit gewährleistet. Eine Bewertung kann mit Hilfe vergleichbarer aufgeführter Gesundheitsstörungen erfolgen.

Gliederung der GdB Tabelle

Die GdB-Tabelle gliedert sich wie folgt:
Den Kopf- und Gesichtsbereich, dass Nervensystem und die Psyche (Hirnorganische Schädigungen, sowie psychische und psychiatrische Erkrankungen). Das Sehorgan, das Hör- und Gleichgewichtsorgan, die Nase, die Mundhöhle, ebenso den Rachenraum und obere Luftwege, den Brustkorb sowie die tieferen Atemwege und Lunge, Herz und Kreislauf, die Verdauungsorgane, diverse Brüche (Hernien), die Harnorgane, die männlichen Geschlechtsorgane, die weiblichen Geschlechtsorgane, den Stoffwechsel und die innere Sekretion, das Blut nebst blutbildende Organe und Immunsystem, die Haut und den Haltungs- und Bewegungsapparat wie auch rheumatische Krankheiten.

Um sich es besser vorstellen zu können, werde ich im Folgenden je ein Beispiel aus der GdB Tabelle benennen. Exemplarisch nur deswegen, weil es sonst den Rahmen dieser Ausführungen sprengen würde.

Kopf- und Gesichtsbereich
Hier wird zum Beispiel ein GdB von 30 benannt, bei Schädelnarben direkt am Hirnschädel bei zusätzlichem erheblichen Verlust von Knochenmasse, ohne jedoch dem Auftreten einer Funktionsstörung des Gehirns. Gesichtsentstellungen werden je nach Schwergrad mit einem GdB von 10 bis 50 bemessen.

Nervensystem und die Psyche
In diesem Bereich seien beispielhaft Hirnschäden mit kognitiven Leistungsstörungen, wie z. B. Aphasie, Apraxie oder Agnosie benannt. Bei leichter Aphasie gilt laut Tabelle ein GdB von 30-40, bei mittelschwerer liegt je nach Bewertung der GdB zwischen 50 und 80 und bei einer schweren Form, wie bei einer globalen Aphasie, liegt der GdB bei 90 bis 100.

Im Bereich der Psyche benennt die GdB Tabelle unter anderem Neurosen, Persönlichkeitsstörungen sowie Folgen psychischer Traumen, dazu zählen auch Zwangserkrankungen und Depressionen. Je nachdem, wie beeinträchtigend diese sind, kann ein GdB von 0 bis 100 festgelegt werden.

Psychische Erkrankungen zu begutachten, fällt oftmals schwer und benötigt ausreichend medizinische bzw. psychiatrische und psychologische Nachweise.

Sehorgan
Dem Verlust eines Auges, beispielsweise mit einer dauernden Eiterung der Augenhöhle, die einer Behandlung nicht zugänglich ist, wird laut GdB Tabelle ein GdB-Wert von 40 zugesprochen.

Hör- und Gleichgewichtsorgan
Eine Angeborene oder in der Kindheit erworbene Taubheit oder eine nahezu angrenzende Schwerhörigkeit verbunden mit entsprechenden Sprachstörungen lässt einen Grad der Behinderung von 100 festlegen.

Nase
Eine chronische Nebenhöhlenentzündung wird je nach Schwergrad mit einem Grad der Behinderung von 10 bis 40 festgesetzt.

Mundhöhle, Rachenraum und die oberen Luftwege
Ein Lippendefekt mit ständigem Speichelfluss wird mit einem GdB von 20 – 30 bewertet, ein Stottern je nach Schwergrad zwischen 10 und 50 GdB-Wert.

Brustkorb, tiefere Atemwege und Lunge
Prinzipiell alle Krankheiten der Atmungsorgane mit dauernder Einschränkung der Lungenfunktion werden je nach Schwergrad mit einem GdB von 20 – 40 bei geringem Grad, 50 – 70 bei mittlerem Schwergrad und bis zu 100 bei einem Schaden schweren Grades festgelegt, also beispielsweise Atemnot bereits bei geringer bis gar keiner Belastung.

Herz und Kreislauf
Auch hier wird je nach Leistungseinschränkung der GdB bewertet und somit kann ein GdB von nur 20 sowie aber auch eine Schwerbehinderung mit einem GdB höher als 50 festgestellt werden.

Verdauungsorgane
Exemplarisch sei hier die Refluxkrankheit der Speiseröhre genannt. Je nach Ausmaß der Refluxbeschwerden kann ein GdB von 10 bis 20 bestimmt werden. Zudem kann bei organischen und funktionalen Erkrankungen des Magendarmtraktes, je nach Beeinträchtigung und Bewertung des Allgemeinzustandes, speziell bei mangelndem Ernährungszustand und damit verminderter Leistungsfähigkeit durch Kräftemangel durchaus ein GdB von bis zu 50 erfolgen.

Brüche
Hier sei exemplarisch der Leisten- oder Schenkelbruch benannt. Bei erheblicher Beeinträchtigung der Belastbarkeit kann ein GdB von 20 festgelegt werden.

Harnorgane
Eine chronische Harnblasenentzündung verbunden mit einer dauerhaften Schrumpfblase bewirkt einen GdB von 50 – 70.

Männliche Geschlechtsorgane
Ein kompletter Verlust des Penis setzt einen GdB-Wert von 50 fest und Teilverluste werden mit einem GdB von 10 bis 40 je nach Ausmaß bestimmt.

Weibliche Geschlechtsorgane
Bei einseitigem Verlust der Brust wird ein Grad der Behinderung von 30 festgelegt. Sind beidseitige Brüste betroffen, dann nur 40. Hier ist bereits ersichtlich, dass der GdB Wert nicht einfach nur zusammengerechnet wird, sondern einer anderen Bewertungs- und Berechnungsgrundlage unterliegt. Aber dazu später eine ausführlichere Beschreibung in einem gesonderten Abschnitt.

Stoffwechsel und innere Sekretion
Die Bewertung des Grades der Behinderung in diesem Bereich ist stark von den Auswirkungen der Erkrankung abhängig. Beispielhaft sei hier der Diabetes mellitus genannt. Typ I wird mit einem GdB von 40 bei leichter Insulineistellung bewertet und bei schwerer mit 50. Der Typ II des Diabetes mellitus dagegen wird je nach Schwere bis maximal einem Grad der Behinderung von 30 festgesetzt.

Blut, blutbildende Organe, Immunsystem
Zum Beispiel eine akute Leukämie wird bis zur Beendigung der Intensivtherapie mit einem Grad der Behinderung von 100 bewertet. Danach während der Heilbewährungsphase, die in der Regel 3 Jahre andauert, wird ein GdB von 60 festgelegt.

Haut
Bei der Beurteilung des GdB-Grades von Hautkrankheiten sind viele Faktoren zu berücksichtigen. Demnach spielt die Art der Hauterkrankung, die Stelle wo die Haut erkrankt ist sowie das flächige Ausmaß eine gravierende Rolle bei der Bewertung.

Dazu ist noch entscheidend, wie sich die Hauterkrankung auf den Allgemeinzustand auswirkt und ob quälende Begleiterscheinungen dazu kommen, wie Nässen, negativer Geruch und Juckreiz. Je nach Verlauf und Beeinträchtigungen kann so ein Grad der Behinderung laut Tabelle der Versorgungsmedizin-Verordnung von 0 bis 80 festgestellt werden.

Haltungs- und Bewegungsorgane, rheumatische Krankheiten
Rheumatisch-entzündliche Krankheiten der Gelenke und / oder der Wirbelsäule können so je nach Schwergrad mit einem GdB von 100 bewertet werden. Gleiches gilt für Muskelerkrankungen.

Wie wird der GdB bestimmt – Einzel- und Gesamt-GdB

Dies war ein grober Überblick aus der GdB-Tabelle, die einer Bewertung des Grades der Behinderung u.a. zugrunde liegt. Eine Umfassende Bewertung setzt voraus, dass sich die bewertende Behörde, zumeist das Sozialamt, alle ärztlichen Unterlagen und Empfehlungen genau anschaut und einschätzt. Damit wird erstmal der Einzelgrad der Behinderung festgestellt.

Um den Gesamtgrad der Behinderung zu bestimmen, wird die GdB-Tabelle als erster Verfahrensschritt hinzugezogen. Dies ist aber nicht ausreichend, weil nicht einfach einzelne GdB-Werte aus der Tabelle addiert werden können, wenn eine Person mehrere Gesundheitsstörungen aufweist.

Das bedeutet, hat jemand beispielsweise eine chronische Nebenhöhlenentzündung mit einem Schweregrad, der einen GdB-Wert von 20 rechtfertigt und eine psychische Behinderung, eine schwere Depression beispielsweise, die gegebenenfalls mit einem Grad der Behinderung von 40 bewertet wird, heißt das nicht automatisch, dass er einen Gesamtgrad der Behinderung von 60 hat und damit als schwerbehindert gilt.

Wie wird demnach nun der Gesamtgrad der Behinderung ermittelt? Die entsprechenden Regelungen, wie der Gesamtgrad der Behinderung bestimmt wird, sind in der Versorgungsmedizinischen Verordnung (VersMedV) zu finden. Hier ist festgelegt, dass zwar die einzelnen Grade der Behinderungen aufgelistet und berücksichtigt werden, aber nicht einfach aus mathematischer Sicht zusammengerechnet werden dürfen.

Dies wäre qualitativ gesehen nicht richtig. Denn die Bewertung wie stark ein Mensch gesundheitlich beeinträchtigt ist und inwiefern er dadurch gesellschaftlich und beruflich benachteiligt ist und Anspruch auf entsprechende Hilfe und Förderung hat, insbesondere in Bezug einer Schwerbehinderung, ist keine reine Mathematik.

Es gilt für die begutachtende Stelle zu klären bzw. zu bewerten, wie stark ausgeprägt sind die einzelnen Gesundheitsstörungen in ihrer Gesamtheit und wie verstärken sie sich wechselseitig und sorgen so für eine starke Funktionsbeeinträchtigung des Betroffenen? Ist letzteres der Fall, wird in der Regel ein weiterer Wert von 10 oder 20 hinzugefügt.

Nehmen wir also einmal an, eine Person hat zwei Funktionsbeeinträchtigungen mit je einem Grad der Behinderung von 30. So kann es sein, dass der Gesamt-GdB aber nur 40 beträgt. Ist also eine Person bereits von der ersten Gesundheitsschädigung so beinträchtig, dass die zweite kaum ins Gewicht fällt, wird demnach der Gesamt-GdB auch nicht so stark erhöht.

Ist aber jemand aufgrund seiner mehreren Funktionsbeeinträchtigungen in mehreren Bereichen im Alltag eingeschränkt, erhöht sich der Gesamt-GdB durchaus, so dass auch eine Schwerbehinderung gerechtfertigt ist. Beispielsweise hat jemand ein Hörleiden mit einem Grad der Behinderung von 30 und einen Lendenwirbelschaden, der ebenfalls einen Grad der Behinderung von 30 rechtfertigt, kann er durchaus einen Gesamtgrad der Behinderung von 50 ausgewiesen bekommen. Begründung dafür, es sind zwei unterschiedliche Funktionsbereiche, die Kommunikation und der Bewegungsapparat, betroffen und schränken den Betroffenen dadurch mehrfach und in mehreren verschiedenen Situationen ein.

Es zeigt sich die Berechnung des Gesamt-GdB ist eine komplexe Sache und ist stark davon abhängig wie stark man durch die einzelnen Gesundheitsstörungen in ihrer gemeinsamen Gesamtheit den Alltag und die Teilhabe einschränken und/oder sich gegenseitig so stark bedingen.

Wir ein Grad der Behinderung von 50 und mehr festgestellt oder ein Gesamt-GdB von über 50, wird von einem Schwerbehinderungsgrad gesprochen. Dadurch entstehen verschiedene Ansprüche im Vergleich zu einem Menschen ohne Behinderung und auch zu jenen, die „nur“ einen Grad der Behinderung von 30 haben. Demnach steht einem Menschen mit Schwerbehinderung unter anderem ein Schwerbehindertenausweis zu.

Der Schwerbehindertenausweis – Was steht drin, was bedeuten die Sonderzeichen

Der Schwerbehindertenausweis gibt Auskunft über die schwere einer Behinderung und ist ein bundesweiter Nachweis über die schwere des Grades der Behinderung einer Person. Zusätzlich zum Grad der Behinderung sind auf dem Schwerbehindertenausweis noch weitere Merkmale ausgewiesen. Folgende Merkzeichen können auf dem Schwerbehindertenausweis vermerkt werden. Die Merkzeichen bestehen aus Buchstaben.

G steht für Erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit, B steht für die Berechtigung der Mitnahme einer Begleitperson, aG weist eine außergewöhnliche Gehbehinderung aus und die Buchstaben GI stehen für Gehörlosigkeit. Weitere Merkzeichen sind auch H für Hilflosigkeit, Bl für Blindheit, RF als Hinweis für die Ermäßigung von der Rundfunkbeitragspflicht, TBI steht für Taubblindheit, EB steht für Entschädigungsberechtigt und VB für Versorgungsberechtig.

Auch kann ein Vermerk Klasse 1 auf dem Schwerbehindertenausweis stehen, das berechtigt die Person mit einem Schwerbehindertenausweis mit einem 2. Klasse Ticket der Deutschen Bahn in der Ersten Klasse zu reisen. Dies alles regeln mitunter verschiedene Bundesgesetzte, wie zum Beispiel das Bundesversorgungsgesetz oder das Bundesentschädigungsgesetz. Wichtig zu wissen ist, dass ein Schwerbehindertenausweis erst bei einem Grad der Behinderung von 50 und mehr ausgestellt wird.

Die GdB 50 Vorteile

Menschen mit einem Schwerbehinderungsgrad und einem Schwerbehindertenausweis als Nachweis über den Grad der Behinderung und gegebenenfalls weiteren zusätzlichen Merkmalen, wie oben benannt, haben entsprechende Vorteile gegenüber Menschen mit einem niedrigeren Grad der Behinderung sowie gegenüber gesunden Menschen. Die Vorteile sorgen in erster Linie für einen Nachteilsausgleich und bietet die Inanspruchnahme besonderer Rechte.

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So wirken sich GdB 50 Vorteile vor allem am Arbeitsplatz und bei der Steuer aus. In der Arbeitswelt wirkt sich der Nachweis einer Schwerbehinderung unter anderem so aus, dass der Betroffene einen besonderen Kündigungsschutz hat. Das bedeutet, er darf nur mit Zustimmung des Integrationsamtes gekündigt werden. Zudem gibt es einen Anspruch auf zusätzlichen Urlaub von fünf Tagen im Jahr.

Weiterhin können Menschen mit einer Schwerbehinderung früher in Rente gehen und erhalten mitunter sogar je nach Geburtsjahr volle Bezüge. Steuerlich wirkt sich der Nachweis einer Schwerbehinderung so aus, dass man bei der Besteuerung des Einkommens mit entsprechenden Steuerfreibeträgen berücksichtigt wird. Außerdem gibt es Steuervergünstigungen beim Kraftfahrzeug, so man denn eins besitzt. Ebenso gibt es Vergünstigungen bei der Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln. Bei der Deutschen Bahn zum Bespiel können Bahncards je nach Schwerbehindertengrad ermäßigt erworben werden. Im Nahverkehr mit Bus, Straßenbahn oder U-Bahn usw. können Personen mit einem Schwerbehindertenausweis und bei vorherigem Erwerb einer sogenannten Wertmarke im Wert von 80 Euro pro Jahr kostenlos befördert werden.

Wer als Merkzeichen B auf seinem Schwerbehindertenausweis stehen hat, kann außerdem noch eine Begleitperson und/oder einen Begleithund kostenfrei im Nah- und Fernverkehr mitnehmen. Obendrein erhält ein Schwerbehinderter viele Vergünstigungen beziehungsweise Ermäßigungen, wenn er am kulturellen und gesellschaftlichen Leben teilnimmt, speziell bei Eintrittspreisen für Museen, Zoos oder anderweitigen Veranstaltungen.

Das Antragsverfahren – Antrag auf Schwerbehinderung stellen

In der Regel wird für den GdB Antrag ein entsprechendes Antragsformular ausgefüllt. Dieses kann man sich zuschicken lassen, sobald man einen formlosen Antrag auf Feststellung des Grads der Behinderung stellt oder ihn im Internet runterladen und ausfüllen. Wichtig ist, dass wahrheitsgetreue Angaben im Formular gemacht werden und ausreichend Nachweise insbesondere ärztliche Bescheinigungen bei der zuständigen Behörde eingereicht werden. Je ausführlicher die Gesundheitsbeeinträchtigungen beschrieben und entsprechend belegt sind, um so wahrscheinlicher ist die Feststellung eines Grad der Behinderung.

Man beachte, der begutachtende Mitarbeiter kann und wird nur per Aktenlage entscheiden. Also ist es wichtig wirklich alle Unterlagen möglichst vollständig einzureichen. Demnach gilt, sich ausreichend Zeit lassen beim Ausfüllen des Antrages und bei dem Einholen von (ärztlichen, psychiatrischen und psychologischen) Nachweisen.

Im Antrag müssen neben Angaben zur Person und den Beschwerden, ebenfalls Angaben zu bekannten Diagnosen gemacht werden. Auch wo sich der Antragstellende in ärztlicher Behandlung befindet oder befand. Die behandelnden Ärzte aus dem ambulanten und auch stationären Bereichen, wie Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen sollten von der Schweigepflicht entbunden werden, so dass sich das Versorgungsamt zusätzlich die nötigen Berichte anfordern kann. Nur so ist eine Feststellung des Grads der Behinderung möglich.

Weiterhin sollten Sie mit Ihrem Arzt oder Ärzten über die Beantragung eines Schwerbehindertengrades sprechen, damit dieser informiert ist und entsprechend reagieren kann, wenn Nachfragen von der Behörde kommen. Gut ist es auch, wenn Sie nicht nur ihren Hausarzt informieren, sondern auch mit Fachärzten im Vorfeld in Kontakt sind. Denn meist handelt es sich ja um spezifische Erkrankungen. Bedenken Sie weiterhin, nicht nur Krankheitsbilder oder Diagnosen zu benennen, sondern auch genau zu beschreiben, welche Einschränkungen Sie deswegen konkret haben.

Nur so kann sich der begutachtende Mitarbeiter am Schreibtisch ein ganzheitliches Bild von Ihrer Lage machen. Gut ist es, vor dem Wegschicken des Antrags sich eine Kopie davon zu machen. Dies ist hilfreich, falls noch Fragen während der Bearbeitungsphase auftauen oder auch Ablehnungsbescheide kommen und Sie sich entsprechende Hilfe bei Sozialverbänden oder Anwälten holen müssen. Im Übrigen, haben die begutachtenden Ärzte bei der Schwerbehindertenausweis ausstellenden Behörde nur 4 Wochen Zeit, jedoch ist es nicht selten, dass diese um die zwei Monate benötigen.

Dann erfolgt erst wieder der Rücklauf an die Verwaltungsmitarbeiter, welche den entsprechenden Bescheid erstellen. Demnach ist es umso wichtiger den Antrag so ausführlich wie möglich auszufüllen und so viele vorhandene Unterlagen, vor allem von Fachärzten, gleich mit beizulegen.

Tipps für den GdB-Antrag bzw. Antrag auf Schwerbehinderung

Antrag auf Schwerbehinderung nicht überhastet ausfüllen
Lassen Sie sich beim Ausfüllen des Antrags Zeit. Handeln Sie nicht überhastet und schauen Sie am Ende noch einmal, dass Sie nichts vergessen haben. Dies würde den gesamten Ablauf verzögern.

Planung und Vorbereitung
Wenn Sie die Zeit haben, bereiten Sie Ihre Antragsstellung sorgfältig vor. Gerade bei psychischen Leiden würde ich mir lieber 2-3 Monate länger Zeit lassen um dafür am Ende alles gut belegen zu können.

Unterstützung der Ärzte anfragen und sichern
Berichten Sie Ihren Ärzten von Ihren vorhaben und teilen Sie Ihnen mit, wenn Sie den Antrag gestellt haben. Schildern Sie Ihren Ärzten die Situation und erklären Sie Ihnen was Sie sich von dem Schwerbehindertenausweis erhoffen.

Suchen Sie im Vorfeld Fachärzte auf
Sie sollten im Vorfeld Fachärzte aufsuchen. Dies ist von sehr hoher Wichtigkeit. Nur ein Bericht oder Befund vom Hausarzt wird Sie in den meisten Fällen nicht weiterbringen. Sie benötigen vor das Versorgungsamt und die Gutachter die Meinung und Einschätzung von Fachärzten.

Was tun wenn der Antrag auf Schwerbehinderung abgelehnt wurde

Wird der Antrag aus Schwerbehinderung abgelehnt oder liegt der festgestellte Grad der Behinderung unter einem Wert von 50, kann ein Widerspruch in der Regel binnen 4 Wochen eingereicht werden. Gesendet sollte dieser, wenn möglich per Einschreiben oder persönlich abgegeben und von der annehmenden Person bestätigt werden. So gehen Sie sicher, die Widerspruchsfrist eingehalten zu haben.

Wichtig ist, dass der Widerspruch oder auch Einspruch gut begründet ist, also genauestens geschildert werden muss, welche Einschränkungen und welchen Leidensdruck man hat und damit auch die Nachteile im Beruf sowie im Alltag darzulegen. Empfehlenswert ist durchaus auch die Beratung durch einen Fachanwalt für Sozialrecht.

Auch unterstützen sogenannte Sozialverbände bei der Antragstellung sowie auch beim Widerspruchsverfahren. Dies ist aber mit einem finanziellen Aufwand verbunden. So kommen Anwaltskosten zustande und bei Sozialverbänden, wie zum Beispiel dem VdK Deutschland, werden Mitgliedsbeiträge gefordert. Letzteres ist in der Regel kostengünstiger, weil ein Jahresbetrag fällig wird, der zum Beispiel wie bei der VdK Sachsen bei 66 Euro liegt.

Man beachte aber, dass es sein kann, dass es bei den Sozialverbänden eine Wartezeit gibt, bis man Leistungen wie Rechtsberatung oder Vertretung vor dem Sozialgericht in Anspruch nehmen kann. Dies ist in der Satzung des jeweiligen Vereins verankert und sollte im Vorfeld gelesen werden. Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) ist einer der bekanntesten Sozialverbände, der für seine Mitglieder kompetente Unterstützung anbietet.

Ablauf des Widerspruchsverfahren für Schwerbehindertenausweis

Wenn gegen den Bescheid gemäß der Rechtbehelfsbelehrung Widerspruch eingelegt wird, prüft zunächst der Gutachter erneut, ob er gegebenenfalls doch zu einer anderen Feststellung des Grades der Behinderung kommt. Ist dies aus seiner Sicht nicht der Fall, wird der Widerspruch an die Widerspruchstelle weitergegeben, die nun dies neu bewerten soll. Eine entsprechende Eingangsbestätigung wird dem Antragsteller mitgeteilt.

Der neue Bescheid kommt dann direkt von der Widerspruchsstelle. Auch hier gibt es eine Rechtbefehlsbelehrung. Sollte der Widerspruchsbescheid ebenfalls eine Schwerbehinderung ablehnen, bleibt nur noch der Weg vor das Sozialgericht. Auch hier muss die entsprechende Klage binnen 4 Wochen eingereicht werden. Vor dem Sozialgericht besteht keine Anwaltspflicht. Es wäre aber zu empfehlen sich Rechtsbeistand dazu zu holen.

GdB für eine psychische Behinderung – GdB bei Depressionen, Ängsten und anderen psychischen Erkrankungen

Die Anzahl an Menschen, die psychisch erkranken, nimmt immer mehr zu. Dabei sind die Hauptdiagnosen Depressionen und Angst- sowie Zwangsstörungen. Als weitere häufige psychische Erkrankungen, die auch zur Einschätzung einer Schwerbehinderung führen können, sind insbesondere auch noch die Schizophrenie und die bipolare Störung zu nennen.

Allein in Deutschland leiden über acht Millionen Menschen an psychischen Störungen, wie sie im ICD 10 Kapitel V (Internationale Statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme Kapitel V Psychische und Verhaltensstörungen mit den Diagnoseschlüsseln F00-F99) beschrieben werden.
Die Feststellung des Grades der Behinderung für eine psychische Behinderung erfolgt dabei wie auch bei organischen Schädigungen.

Hier kommt auch die GdB-Tabelle zum Einsatz. Schwierig ist im psychischen Bereich eher, überhaupt die psychische Belastungen und Einschränkungen mit entsprechenden Diagnosen zu belegen und ebenso die Einschränkung im Alltag und im Berufsleben.

Da dies, im Vergleich zu einem Herzfehler oder Verlust eines Körperteils durch einen Unfall, nicht so augenscheinlich belegbar ist, gilt es bei einem Antrag auf GdB-Feststellung gut seine psychische Schädigung, die daraus entstehende Belastung und vor allem die Einschränkungen genau zu beschreiben und entsprechend durch Fachärzte und Psychologen zu belegen.

Die begutachtenden Stellen neigen leider oftmals dazu psychische Erkrankungen hinsichtlich des Grades der Behinderung als zu niedrig einzustufen. Demnach gilt, den erhaltenen Bescheid genau zu prüfen und sich gegebenenfalls Unterstützung von Sozialverbänden oder Anwälten für Sozialrecht zu holen.

Bleiben wir bei den Haupterkrankungen der Psyche, also den Depressionen, Zwängen, Ängsten und sogenannten Anpassungsstörungen, so werden die laut GdB-Tabelle wie folgt bewertet. So wird eine leichte psychische Störung, wie es eine leichte Anpassungsstörung mit depressiver Verstimmung sein kann, mit lediglich 0 bis 20 GdB-Werten benannt.

Psychische Störungen mit erheblicher Einschränkung der Erlebnis- und Gestaltungsfähigkeit werden laut GdB-Tabelle mit einem Wert von 30 bis 40 bewertet. Dazu gehören unter anderem die mittelgradige depressive Verstimmung oder auch phobische Störungen.

Bei schweren Depressionen, die neben Antriebslosigkeit, Traurigkeit etc. auch sich durch sozialen Rückzug, enorme Schlafstörungen und Suizidgedanken ausdrücken, wird durchaus ein GdB-Wert von 50 bis 70 festgelegt. Da hier eine starke Einschränkung der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und im Beruf vorherrschen. Dies gilt auch für die Sozialphobie und starken Ängste, mitunter verbunden mit Panikattacken sowie für starke Zwangserkrankungen. Auch hier gilt, dass sich der GdB-Wert erhöhen kann, sind mehrere psychische Erkrankungen diagnostiziert, die sich gegenseitig verstärken und/oder wechselseitig bedingen.

Zum Beispiel kann ein Mensch mit starken Ängsten, auch unter Panikattacken leiden, was wiederum die Ängste verstärkt und dadurch Situationen im Alltag vermieden werden, die Ängste und /oder Panikattacken auslösen könnten. Im Übrigen, wird eine körperliche oder psychische Erkrankung dann zur Behinderung, wenn sie länger als sechs Monate andauert, dies beschreibt der Paragraf 2 Absatz 1 im 9. Sozialgesetzbuch. Danach kann der entsprechende Antrag zur Feststellung einer Schwerbehinderung gestellt werden.

Tipps für GdB-Antrag bei psychischer Erkrankung

Fachärzte aufsuchen
Suchen Sie unbedingt einen oder am besten mehrere Fachärzte auch, bevor Sie den Antrag auf Schwerbehinderung wegen psychischer Leiden stellen. Am besten Sie befinden sich in einer Psychotherapie und in regelmäßiger Behandlung beim Psychiater. Zusätzlich sollten alle Beschwerden und gesundheitlichen Einschränkungen beim Hausarzt vermerkt werden.

Denken Sie vorausschauend
Lassen Sie sich Zeit. Sprechen Sie mit Ihrer Psychiaterin, Therapeutin und dem Hausarzt oder anderen behandelnden Ärzten über die Antragstellung. Sorgen Sie dafür, dass Sie wirklich alle Einschränkungen und Erkrankung angesprochen haben und die Ärzte diese als gesichert ansehen.

Psychosomatik-Kur oder Tagesklinik
Hilfreich bei einem Antrag auf Schwerbehinderung können Reha-Maßnahmen sein. Auch Aufanthalte in einer psychosomatischen Kurklinik oder Tagesklinik können Ihnen helfen, die gesundheitlichen Einschränkungen zu bescheinigen. Dies kann auch im Falle eines Widerspruchs sehr hilfreich sein.

Geben Sie nicht auf
Leider tun sich viele Versorgungsämter mit der Feststellung eines GdB`s bei psychischen Erkrankungen wie Depressionen sehr schwer. Sollte Ihr Antrag abgelehnt werden, suchen Sie den VdK oder eine andere Institution auf, die Ihnen beim Widerspruch behilflich ist.

Lassen Sie sich nicht einfach abschütteln. Ich kenne zwei Personen, die sich ihren Schwerbehindertenausweis wegen Depressionen, Ängsten und anderen psychischen Störungen vor Gericht erkämpft haben.

Dieser Text wurde sorgfältig recherchiert, dennoch wird keine Haftung für die Vollständigkeit übernommen.