Burnout Prävention

Die Frage nach der Sinnhaftigkeit einer effektiven Burnout Prävention scheint sich im 21. Jahrhundert erübrigt zu haben. Zahlen, Fakten, Tendenzen und Prognosen sprechen für sich.

Während der Begriff Burnout vor 20 Jahren nur eine geringe, wenn nicht gar unbedeutende, Rolle in der Gesellschaft gespielt hat, ist er heute ein absoluter Kassenschlager – für Krankenkassen, Psychologen, Psychiater und Kureinrichtungen.

Burnout – die Last der Gutmütigen?

Entgegen der allgemeinen Erwartungshaltung ist Burnout keine reine Manager-Krankheit. Nicht nur die gut bezahlten Arbeitnehmer in hohen Positionen sind betroffen. Auch und vor allem Arbeitnehmer, die sich vollständig für ihren Job verausgaben, plagt das Erschöpfungssyndrom.

Ob im Pflegesektor, in der Bildung oder in der Seelsorge. Gutmütige Menschen, die zugunsten anderer alles von sich abverlangen, sind besonders anfällig. Ebenso Menschen, die beruflich und privat unter völliger Verausgabung an ihre Grenzen geraten.

Zweifelsohne trägt unser schnelllebiges Zeitalter jede Menge dazu bei, dass früher oder später die Schalter umgelegt werden und der Crash droht. In unserer medial ausgerichteten Gesellschaft, die auf permanente Erreichbarkeit getrimmt ist, grenzt es beinah an ein Wunder, dass noch nicht jeder zweite Bürger am Burnout leidet.

Denn prinzipiell ist es schwierig, dem Burnout entgegenzuwirken oder ihn vorzubeugen. Wenngleich eine gut überlegte Burnout Prävention, die sich im Idealfall über mehrere Bereiche erstreckt, durchaus ihren Nutzen unter Beweis stellt

Burnout Prävalenz zeigt die Notwendigkeit einer Burnout Prävention

Bereits 2011 erfolgten 48,8 Prozent aller Krankschreibungen aufgrund einer Burnout Erkrankung in Kombination mit einer weiteren psychischen Erkrankung. 15,1 Prozent aller deutschen Krankschreibungen waren ausschließlich dem Burnout geschuldet. Diese Daten veröffentlichte die AOK Gesundheitskasse im Zuge einer BPtK-Studie zur Arbeitsunfähigkeit im Kontext mit Psychischen Erkrankungen und Burnout (BPtK = Bundespsychotherapeutenkammer) (Quelle: AOK/Statista).

Laut einer Studie des Robert Koch Institutes sind 4,2 Prozent der deutschen Bundesbürger von Burnout betroffen. Insgesamt 5,2 Prozent der Frauen und 3,3 Prozent der Männer. Des Weiteren kann dieser Untersuchung entnommen werden, dass Arbeitnehmer mit hohem sozioökonomischen Status deutlich häufiger betroffen sind als Personen mit vergleichsweise niedrigem sozioökonomischen Status. Veröffentlicht wurde diese Erhebung im Spiegel (Quelle: Robert Koch Institut/Statista).

Interessanterweise sind nicht nur Arbeitskräfte betroffen. Auch Kinder, Schüler und Studenten geraten in das Netz. Die Anforderungen des Bildungsweges werden immer komplexer. Schon in der Grundschule stoßen zahlreiche Kids aufgrund der hohen Ansprüche an ihre Grenzen. Im Grunde genommen steigt das Bildungsniveau bereits im Kindergarten.

Innerhalb der ersten Jahre entscheidet sich der zukünftige Werdegang. Förderschule, Hauptschule, Sekundarschule oder Gymnasium? Der Druck von Außen erhärtet sich. Die Folge: Schon die Jüngsten legen sich eine Last auf, die ihre Schultern noch nicht stemmen können. In den höheren Klassenstufen und später im Studium steigt die Tendenz zum Burnout signifikant an. Burnout Prävention sollte somit nicht erst im Erwachsenenalter, sondern bereits bei Kindern begonnen werden.

Den Ursachen auf den Grund – mit einer Burnout Prävention direkt gegen die Angreifer kämpfen

Chronische Überlastung, unbewältigter Stress, mangelnde Erholungsfähigkeit: Ursachen, die langfristig betrachtet einen Burnout hervorrufen können. Innerhalb der letzten Jahre hat sich das Arbeitsleben drastisch verändert. Ein kontinuierlicher Wettbewerbsdruck in der Wirtschaft wirkt sich unmittelbar auf die Mitarbeiter zahlreicher Unternehmen aus.

Firmen, die mit harter Konkurrenz zu kämpfen haben, sind besonders darauf bedacht, die besten Mitarbeiter unter ihrem Dach zu halten. Für die Mitarbeiter bedeutet das: Bloß keinen Fehler machen. Bloß nicht ersetzbar werden. Darüber hinaus haben die Aufgaben einzelner Mitarbeiter immens zugenommen, wodurch mehr und mehr Hektik zustande kommt. Moderne Kommunikationstechniken erleichtern zwar die Arbeitsabläufe, führen aber unweigerlich zu mehr Arbeit.

Die allgemeine Arbeitslast ist allerdings nicht als alleinige Ursache einer Burnout Erkrankung zu betrachten. Insbesondere in Anbetracht dessen, dass mehr und mehr Unternehmen diesen Knackpunkt bereits erkannt haben, und mit Maßnahmen der firmeninternen Burnout Prävention entgegensteuern.

Auch außerhalb der Einflussbereiche eines Unternehmens finden sich Ursachen für einen Burnout.

So kann gemäß aktueller Zahlen davon ausgegangen werden, dass mehr als zehn Prozent der Deutschen mehr als 60 Stunden pro Woche arbeiten (Quelle: Praxis für Psychotherapie Karin Kutz). In Anbetracht dessen, dass ein Vollzeitjob einen 40-Stunden-Arbeitsvertrag voraussetzt, stellt sich die Frage, wo die restlichen 20 Arbeitsstunden protokolliert werden?

Hier kommt ein ökonomisches Problem zum Tragen. Denn oftmals reichen die Gehälter der Angestellten nicht aus, um das eigene Leben und das der Familie erfolgreich zu finanzieren. Infolgedessen sieht sich eine Vielzahl der Arbeitnehmer gezwungen, einen weiteren Job aufzunehmen. Für Erholung, Regeneration und Entspannung bleibt keine Zeit mehr.

Und die Familie? Neben Job und Karriere stehen Mann/Frau und Kinder. Pendeln zwischen der Hausarbeit und dem Büroalltag steht auf der Tagesordnung. Sobald die Akten beiseite geschoben werden geht es ans Wäschewaschen und Familienmanagen.

Wer heute nicht mehr regelmäßig Bildungsaktivitäten mit den Kindern plant und durchführt, wird nahezu als rücksichtslos und erzieherisch untauglich tituliert. Für Eltern stellt sich eine enorme Doppelbelastung ein. Auf der einen Seite der Job, auf der anderen Seite die Familie samt Kampf um soziale Rangordnungen.

Innere Faktoren und äußere Faktoren bei der Entstehung von einem Burnout

Zusätzlich spielen sowohl innere wie auch äußere Faktoren eine entscheidende Rolle bei der Entstehung von einem Burnout. So erhöht beispielsweise eine Überidentifikation mit dem Job die Erkrankungswahrscheinlichkeit. Sprich: Wer seinen Beruf zum Lebensinhalt macht und sich durch diesen definiert ist besonders gefährdet.

Perfektionismus und überdurchschnittlich hochgesteckte Ziele, die auf Dauer nicht erreichbar sind, fördern ebenfalls das Risiko. Abschließend müssen die Punkte Selbstüberschätzung und Fehleinschätzung erwähnt werden. Wer an sich selbst Erwartungen knüpft, die er nicht in der Lage ist zu erfüllen, wird früher oder später aufgrund der daraus resultierenden Überlastung scheitern. Auch Hilfsbereitschaft spielt eine wesentliche Rolle im Zusammenhang mit Burnout.

Prinzipiell gilt Hilfsbereitschaft als herausragende Charaktereigenschaft. Zu viel Gutmütigkeit wird jedoch gerne ausgenutzt. Wer sich ständig für andere verantwortlich fühlt, jeden Wunsch anderer erfüllen möchte und bei jedem Pieps zu Hilfe eilt, vernachlässigt sich selbst und opfert seine Energie bis zum Nullpunkt.

Zu diesen inneren Faktoren gesellen sich zumeist äußere Faktoren und Einflüsse. Allem voran schlechte Arbeitsbedingungen. Wer diesen ausgesetzt ist, sollte sich dringendst einen neuen Job zur effektiven Burnout Prävention suchen. Auch wenn die arbeitsmarktpolitische Situation ihre Glanzzeiten bereits hinter sich hat. Daneben spielen Veränderungen eine entscheidende Rolle.

Ebenso aber auch soziale Stressoren wie zum Beispiel ein weniger soziales Umfeld, Mobbing am Arbeitsplatz oder enormer Konkurrenzdruck. Physische Stressoren zählen ebenfalls zu den äußeren Einflussfaktoren. Schichtarbeiten oder besonderer Arbeitslärm gelten als signifikante Belastung der Gesundheit.

Abschließend gilt es einen Blick auf die fehlende Abgrenzung und die permanente Erreichbarkeit zu werfen. So nehmen etwa Lehrer oft ihre Arbeit mit nach Hause. Nicht in Form von Klassenarbeiten, die kontrolliert werden müssen, sondern in Form von Gedanken und Grübeleien über einzelne Schüler.

Als erste Maßnahme der Burnout Prävention sollte daher pünktlich Feierabend gemacht werden und nicht erst, wenn sich die Augen am Abend schließen. Und was ist mit der ständigen Erreichbarkeit? Auch diese sollte im Zuge einer Burnout Prävention zwingend eingeschränkt werden. Selbst wenn das Smartphone nicht die ganze Zeit klingelt, ist man dazu geneigt, immer wieder auf das Display zu schauen, ob nicht vielleicht doch eine Nachricht eingegangen ist.

Anzeichen für einen Burnout – höchste Zeit für Burnout Prävention

Die ersten Anzeichen eines Burnouts sind häufig versteckt. Problematisch an der Erkrankung ist die Tatsache, dass sie sich meist schleichend entwickelt. Oftmals merken die Betroffenen erst das etwas nicht stimmt, wenn es bereits zu spät ist. Deshalb ist es besonders wichtig, bereits kleinste Burnout Anzeichen ernst zu nehmen. Generell sollte eine Burnout Prävention jedoch nicht von den Anzeichen abhängig sein. Auch ohne Symptomatik empfiehlt sich die Burnout Prävention.

Zu den allgemeinen Krankheitszeichen zählen Lustlosigkeit, Gereiztheit und schlechte Laune. Oftmals stellt sich ein Gefühl des Versagens ein. Alles um einen herum scheint irgendwie sinnlos zu sein. Später bekommt der Betroffene immer mehr Angst, dass er den allgemeinen Anforderungen nicht gewachsen ist.

Die Interessen am Beruf und den damit verbundenen Aufgaben schwinden immer mehr. Eine regelmäßige Müdigkeit stellt sich ein, die allerdings gleichzeitig von Schlaflosigkeit, Durch- und Einschlafstörungen geprägt ist. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommt es zu teils gravierenden Konzentrations- und Gedächtnisstörungen. Depressionen mit dem Gefühl der Hilf- und Hoffnungslosigkeit, sowie fehlender Motivation, Stimmungsschwankungen und im schlimmsten Fall Suizidgedanken bilden in den allermeisten Fällen die abschließende Phase des Burnouts.

Abhängig vom Schweregrad des Burnouts können auch körperliche Symptome in Erscheinung treten. Hierzu zählen unter anderem häufige Infekte, Herz-Kreislauf-Probleme, starke Rückenschmerzen, Magen-Darm-Probleme sowie Hörstörungen bis hin zum Hörsturz.

Effektive Burnout Prävention direkt am Arbeitsplatz

Burnout Prävention heißt nicht, den Job hinzuschmeißen und nach Brasilien auszuwandern. Effektive Burnout Prävention setzt dort an, wo sie am meisten benötigt wird: direkt am Arbeitsplatz. Prinzipiell lassen sich zahlreiche Präventionsmaßnahmen problemlos in den Arbeitsalltag integrieren.

Die Pausen sinnvoll nutzen um ein Burnout zu vermeiden

Pausen gehören zum Arbeitsleben dazu. Niemand arbeitet acht Stunden am Stück. Die, wenn auch kurzen, Erholungsphasen sollten effektiv genutzt werden. Während der Pause kann ein Blick auf die Ernährung geworfen werden.

Setzen Sie auf frische und vitaminreiche Kost. Salate lassen sich problemlos am Abend vorbereiten und gut verpackt für die Arbeitspause verstauen. Genießen Sie Ihre Pausenmahlzeiten. Stopfen Sie nicht alles sinnlos in sich hinein, damit Sie möglichst schnell fertig werden.

Wussten Sie, dass das Sättigungsgefühl nicht direkt, sondern erst nach circa 15 bis 30 Minuten einsetzt? Wenn Sie schnell essen, riskieren Sie sich zu überessen. Infolgedessen kommt es zu einem Schweregefühl und Bauchschmerzen. Essen Sie dagegen langsam und mit Genuss, können Sie zum einen entspannen und genießen. Zum anderen essen Sie wirklich nur so viel, wie Ihr Körper auch tatsächlich zum satt werden benötigt, ohne dass Sie sich danach schlecht fühlen.

Entspannungsmusik während der Pause ist ebenso empfehlenswert. Bestimmt haben Sie ein MP3-fähiges Smartphone, auf welchem Sie Entspannungsmelodien, vielleicht sogar geführte Kurzmeditationen, installieren können. Nutzen Sie diese Möglichkeit und sorgen Sie für ausgiebige Entspannung während Ihrer Pause.

Verzichten Sie auf Zigaretten um Gesundheit und Abwehrkräfte zu fördern

Der Verzicht auf Zigaretten während der Arbeit bezieht sich nicht nur auf den allgemein gesundheitlichen Faktor. Wer raucht, hat automatisch mehr Stress auf Arbeit. Schließlich müssen Sie während der Pause noch einen Zwischenstopp einlegen. Wenn Sie fürs Rauchen auch noch das Gebäude verlassen müssen, gehen dafür schnell einmal zehn bis 15 Minuten Ihrer Pausenzeit drauf. In dieser Zeit hätten Sie bereits mit Genuss essen oder andere Maßnahmen zur Burnout Prävention ergreifen können.

Augenübungen während der Arbeit entspannen Ihr Gesicht und verschaffen Erholung

Dieser Punkt ist vor allem für Büroarbeiter, die permanent vor dem Bildschirm sitzen, interessant. Der kontinuierliche Blick auf den Bildschirm, das Papier oder den Stift überanstrengt die Augen enorm. Infolgedessen schmerzen die Augen. Unter anderem können Kopfschmerzen die Folge sein. Diese Überanstrengung der Augen führt ferner, unbewusst, zu innerem Druck und Stress.

Sobald Sie merken, dass Ihre Augen nicht mehr so können wie Sie es wollen, sollten Sie einen kurzen Stopp einlegen, und verschiedene Augenübungen ausprobieren. Manchmal genügt es schon, die Augen für einen kurzen Moment zu schließen. Diese Übungen wirken sich auf Ihr allgemeines Wohlbefinden aus, wodurch der Stresspegel reduziert wird.

Praktizieren Sie Achtsamkeit am Arbeitsplatz um Burnout vorzubeugen

Eine sehr effektive Methode zur Burnout Prävention ist Achtsamkeit. Verschiedene Übungen lassen sich in den Arbeitsalltag integrieren. Verzichten Sie zum Beispiel ab sofort auf Multitasking. Sicher kennen Sie die Hektik: Das Telefon klingelt. Sobald Sie den Hörer abnehmen macht es Pling und der PC kündigt eine neue E-Mail an. Noch während Sie telefonieren öffnen Sie Ihr E-Mail-Konto und lesen den neuen Inhalt.

Nachdem Sie endlich aufgelegt haben, beginnen Sie Ihre Antwort in die Tastatur zu tippen, besprechen aber mit Blick über die Schulter noch schnell das kommende Meeting mit Ihrer Kollegin. Stress pur. Konzentrieren Sie sich stattdessen auf eine Sache. Öffnen Sie Ihre E-Mails erst, nachdem Sie telefoniert haben. Erklären Sie Ihrer Kollegin das Bevorstehende nachdem Sie geantwortet haben. Alles nach und nach ohne sich selbst zu hetzen oder in zwei zu teilen. Gehen Sie achtsam mit jedem einzelnen Arbeitsschritt um.

Atemübungen am Arbeitsplatz zur Entspannung gegen Burnout

Atemübungen wirken unglaublich entspannend. Sie helfen dabei, einen kühlen Kopf zu behalten. Selbst stressige Situationen lassen sich mit Hilfe diverser Atemtechniken meistern. Atemübungen können jederzeit umgesetzt werden. Setzen oder stellen Sie sich aufrecht hin. Schließen Sie währenddessen ruhig Ihre Augen. Sie können vorab auch gerne ein wenig mit Ihrem Nacken kreisen.

Dieses Kreisen wirkt vor allem bei Verspannungen kleine Wunder. Konzentrieren Sie sich jetzt bewusst auf Ihre Atmung. Atmen Sie tief durch die Nase ein und zählen Sie dabei bis fünf. Anschließend atmen Sie ruhig durch den Mund aus und zählen dabei bis sieben. Machen Sie circa fünf dieser Atemzüge und es wird Ihnen gleich viel besser gehen.

Hilfe ist gut, aber bleiben Sie sich selbst treu

In Arbeitskreisen mit Schichtdienst ist der Schichtwechsel unter Mitarbeitern regelmäßig präsent. Im Allgemeinen ist dieses kollegiale Miteinander hervorragend für das Arbeitsklima. Lassen Sie sich an dieser Stelle aber keinesfalls unter Druck setzen. Tauschen Sie nicht mehr Schichten als notwendig.

Auch Sie brauchen Zeit zur Erholung und können keine drei Wochen am Stück Nachtschicht schieben oder zwei Monate lang jedes Wochenende arbeiten, weil andere mit Ihnen getauscht haben. Dieser Punkt gilt selbstredend auch in anderen Bereichen. Halsen Sie sich nicht die Arbeit anderer auf. Sie haben selbst ausreichend zu tun und nur zwei Hände.

Allgemeine Tipps zur Burnout Prävention im Zusammenhang mit Arbeit und Privatleben

1. Als ursächlich für die Entstehung eines Burnouts gilt unter anderem ein falsches Selbstbild. An dieser Stelle gilt es anzusetzen. Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Nur wenn Sie Ihre Leistungsfähigkeit realistisch einschätzen, werden Sie auch dazu in der Lage sein, angemessene Leistungen zu erbringen.

2. Sicher haben Sie Ziele. Ziele sind im Prinzip sehr wichtig. Allerdings sollten sie realistisch und erreichbar sein. Setzen Sie sich daher möglichst kleine Ziele. Falls Sie ein großes Ziel vor Augen haben, kann es hilfreich sein, Zwischenziele einzuplanen. Überprüfen Sie im Zuge der Burnout Prävention regelmäßig Ihre Zielsetzungen. Sind Ihre Ziele wirklich logisch? Oder haben Sie sich die Messlatte vielleicht zu hoch gelegt?

3. Achten Sie im Zusammenhang mit der Burnout Prävention bewusst auf Ihre Kommunikation und Konfliktfähigkeit. Beide Faktoren sind von großer Bedeutung im Zusammenhang mit sozialen Einflussfaktoren. Falsche Kommunikationstechniken können zu Konflikten und Missverständnissen führen, die unnötigen Stress provozieren.

4. Achten Sie bewusst auf Ihre Work-Life-Balance. Für die Burnout Prävention müssen Sie ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Entspannung schaffen. Bedenken Sie, dass Familie und Freunde für Abwechslung sorgen. Es gibt auch ein Leben außerhalb der Arbeit. Mithilfe dieser Abgrenzung schaffen Sie einen Blick nach außen und erlernen zudem, objektiv auf sich selbst zu blicken.

5. Ein sehr wichtiger Punkt in der Burnout Prävention sind Stressquellen. Stress gilt als wesentlicher Auslöser für Burnout. Wer die persönlichen Stressfaktoren ausfindig macht und sich diesen bewusst gegenüberstellt, hat gute Chancen, der Erkrankung effektiv vorzubeugen.

In Deutschland gelten die eigenen Ansprüche als bedeutende Stressquelle. Hier empfiehlt es sich beispielsweise, die Messlatte weiter runter zu legen. Es muss nicht immer alles perfekt sein. Und nur weil der Nachbar befördert wurde, heißt das nicht, dass auch Sie unbedingt befördert werden müssen. Am Arbeitsplatz gelten beispielsweise Termindruck, Überstunden, Rufbereitschaft oder Mobbing als wesentliche Stressoren.

Mit zusätzlichen Maßnahmen Burnout Prävention betreiben

Personen, die nur wenig Einfluss auf die allgemeine Gestaltung am Arbeitsplatz haben, haben es automatisch schwerer, eine effektive Burnout Prävention zu betreiben. Beispielsweise lassen sich Stressoren wie ein schlechtes Arbeitsklima, monotone Aufgaben oder Termindruck aufgrund festgelegter Meetings nur schwer verhindern.

Einfach so kündigen geht auch nicht, immerhin lässt die Arbeitsmarktsituation nicht gerade einen spontanen Wechsel des Unternehmens zu. In diesen Fällen empfiehlt es sich, zusätzliche Maßnahmen zur Burnout Prävention zu ergreifen.

Regelmäßige Kuren für die Gesundheitsförderung

Die Teilnahme an einer Kur darf generell nicht auf den Urlaubsanspruch eines Mitarbeiters angerechnet werden. Bei den Wiederholungsfrequenzen gibt es kein Limit, vorausgesetzt die Kurkosten werden nicht von der Krankenversicherung oder Rentenversicherung übernommen. Verschiedene Kliniken haben sich explizit auf die Burnout Behandlung und Burnout Prävention spezialisiert. Beispielsweise das AMEOS Klinikum Inntal in Bayern oder die Celenus Klinik Schömberg in Baden-Württemberg.

Selbstcoaching um eigene Grenzen und Stressauslöser zu erkennen

Bei Ihrer Burnout Prävention sollten Sie stets bedenken, dass Sie selbst für Ihr Leben verantwortlich sind. Lassen Sie sich nicht weiter von den Anweisungen anderer leiten. Sie alleine entscheiden, was gut und was schlecht für Sie ist. Beginnen Sie, sich selbst zu coachen. Achten Sie dabei aber unbedingt darauf, dass Sie sich nicht selbst überschätzen und möglicherweise zu viel von sich abverlangen.

Wellness zur Entspannung und Prävention

Verschiedene Wellnessangebote helfen dabei, Körper, Geist und Seele zu entspannen. Sie sind es wert. Ob Massagen, Sauna oder ausgiebige Wochenenden in einem Wellnesshotel spielt keine Rolle. Generell können Sie Ihre eigenen Wellness-Einheiten auch zu Hause durchleben.

Nehmen Sie ein ausgiebiges Bad, mit viel Schaum und Kerzenschein. Legen Sie sich einen angenehm warmen Lappen auf das Gesicht, schließen Sie die Augen und entspannen Sie sich. Wenn Sie einen Partner haben, können Sie sich anschließend mit Massagen gegenseitig verwöhnen. Das tut nicht nur Ihrem Wohlbefinden gut, sondern ebenso Ihrer Beziehung.

Coaching gegen Burnout

Auf dem Markt gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Personal Coachs. Während sich die einen mit Gewichtsmanagement, Fitness und Ernährung beschäftigen, kümmern sich die anderen um das Wohlbefinden ihrer Klienten. Coachingangebote zur Burnout Prävention vermitteln zahlreiche Kompetenzen zur Stressbewältigung im Alltag. Sie vermitteln unterschiedliche Entspannungsstrategien und helfen so, effektiv dem Burnout vorzubeugen.

Burnout muss nicht sein – Lassen Sie es nicht so weit kommen

Die Prävalenzen für Burnout sind in der Vergangenheit enorm angestiegen. Ein weiterer Anstieg muss nicht sein. Wichtig ist, sich mit der Thematik bewusst auseinanderzusetzen, um mögliche Anzeichen rasch zu erkennen. In diesem Zusammenhang ist es äußerst relevant, auf den Körper und die Signale zu hören. Schon kleinste Anzeichen eines Burnouts können eine Kettenreaktion auslösen.

Wer zügig handelt und den Burnout präventiv angeht, hat gute Chancen, der Erkrankung zu entkommen. Eine bewusste Lebenseinstellung sowie bewusste Lebensweisen helfen dabei, den Burnout vorzubeugen. Präventionsmaßnahmen lassen sich individuell in den Alltag integrieren. Immer wieder zu betonen: Schaffen Sie Polster zwischen dem Job und dem Privatleben.

Richten Sie Ihr Leben nicht ausschließlich auf den Beruf und Erfolg aus. Denken Sie immer daran, dass Sie ein Mensch wie jeder andere sind, der Erholungs- und Qualitätszeiten verdient hat.